Interview mit Christiane auf Hobby-Map.de


 


"Fleiß und gutes Training sind gerade im Radsport unbedingt notwendig."


 Wie sind Sie zum Radrennsport gekommen und was macht für Sie den Reiz und die Faszination am Radrennsport aus?

Ich bin über die Leichathletik über Duathlon zum Radsport gekommen. Aufgrund von Hüftproblemen (Dysplasie) war ich schon früh gezwungen, viel auf dem Rad zu trainieren...aus diesem "Zwang" wurde dann eine große Leidenschaft.

Wie kann man sich das Training eines Radprofis vorstellen, was gehört da alles dazu – mental als auch körperlich?


Im Winter trainiere ich viele Stunden alternativ (Skilanglauf, Walken, Laufen, Crosstrainer...) und im Sommer sitze ich natürlich auch viel auf dem Rad. Im Schnitt komme ich so auf 20 Stunden in der Woche, im Sommer auch oft 25 Stunden! Ich gestalte mein Training aber stets sehr abwechslungsreich und achte sehr auf eine gute Periodisierung (Trainingsblöcke, Wettkampfblöcke und auch Pausen). Aus diesem Grund bin ich vom Kopf fast immer frisch und körperlich auch gut ausbalanciert.

Welche Gedanken gehen einem während eines Rennens durch den Kopf? Worauf konzentriert man sich, wie motiviert man sich und was bekommt man alles von dem mit, was um einen herum passiert?

Das ist ganz unterschiedlich bei mir. Manchmal denke ich gar nicht viel!!!! Im Zeitfahren brauchst du natürlich ein gutes Konzept (wie gehe ich die Strecke an, wie fahre ich die Kurven...). Die Straßenrennen sind viel weniger planbar! Da braucht man einen guten Instinkt und ein gutes Team, um etwas zu reißen!!!
Grundsätzlich denke ich nie im "Ganzen", sondern konzentriere mich immer auf "Teilstücke"... das habe ich schon in der Leichathletik beim Mittelstreckenlauf gelernt! Dann geht es vom Kopf viel leichter, wenn du in kleinen Teilen denkst!

Was waren bislang besonders schöne oder intensive Momente die Sie durch den Sport erleben durften? Was hat Sie diesbezüglich vielleicht auch ein Stück weit geprägt und für Ihre sportliche Laufbahn motiviert?

Da gibt es eine Menge: Für mich war die Juniorenweltmeisterschaft 1994 ein tolles Erlebnis und auch die Duathlonweltmeisterschaft in Deutschland. Aber natürlich das tollste Erlebnis waren schon die Olympischen Spiele in Peking, als ich so nahe am Sieg war. Und die Weltmeisterschaft in Stuttgart, wo ich 3. geworden bin.

Welche Rolle spielt Talent bzw. eine bestimmte Physis für den Erfolg im Radsport? Oder kommt es ausschließlich auf Ehrgeiz und das richtige Training an?

Wie in allen Sportarten braucht man natürlich auch an physisches Talent. Hebel, Muskelstruktur, organische Leistungsfähigkeit... Aber Fleiß und gutes Training sind gerade im Radsport unbedingt notwendig... In diesem Sport musst du alles mitbringen!

Wenn man als junger Mensch Interesse am Radrennsport gefunden hat und ernsthaft damit beginnen möchte, wie, wo und wann fängt man da am besten an, welche Tipps können Sie zum richtigen Einstieg in diesen Sport geben?

Ich würde aus eigener Erfahrung gar nicht zu früh mit zu vielen Stunden beginnen! Als Jugendlicher sollte man in erster Linie seine Schnelligkeit, Koordination und Vielseitigkeit trainieren! Das heisst, es macht schon Sinn als Kind zu beginnen mit 2 mal pro woche auf der Bahn (Radrennbahn) und Mountainbiken zu gehen. Aber Kinder sollten auch Turnen, Leichathletik machen und sich einfach draussen bewegen!
Als Jugendlicher kann man dann schon mit einem Ausdauertraining beginnen... aber auch noch viele Sportarten mischen. Es reicht, wenn ich mit 17 oder 18 Jahren dann so langsam meinen Umfang im Radsport steigere! Wenn man nämlich zu früh beginnt "nur" Kilometer zu machen, dann ist man zwar eventuell als Jugendlicher schon sehr gut, aber auch schon sehr früh begrenzt. Es geht dann nicht mehr weiter und viele hören dann auf, weil sie frustriert sind! Deswegen immer vielseitig bleiben und vor allem als Jugendlicher!


LINK zum Original- Interview:


http://hobbymap.de/hobby/christiane-soeder-strassenradsport-fleiss-und-gutes-training-sind-gerade-im-radsport-unbedingt-notwendig


 


 

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