Zivilisationskrankheiten aktiv entgegenwirken!


Herz-Kreislauferkrankungen, Erkrankungen des Bewegungsapparates, Krebserkrankungen, Stoffwechselstörungen etc......die Liste der sogenannten Zivilisationskrankheiten ist lang.

Da vielen dieser Erkrankungen auch ein Bewegungsmangel zu Grunde liegt, werden sie gerne auch als „Bewegungsmangelkrankheiten“ bezeichnet.

Dies ist allerdings nicht ganz korrekt, denn einige Erkrankungen treten gehäuft auf, weil unser medizinischer und allgemeiner Lebensstandard eine hohe Lebenserwartung mit sich zieht und einige dieser Erkrankungen im hohen Lebensalter per se gehäufter auftreten.

Erkrankungen, die unser technisierter und automatisierter Lebensstil hervorruft, werden korrekter unter dem Komplex des  „metabolischen Syndroms“, oder auch „Wohlstandssyndrom“  zusammengefasst. Hierunter versteht man das typische Auftreten von arteriosklerotischen Risikofaktoren, insbesondere Neigung zu erworbener Zuckerkrankheit (Typ II Diabetes) , Bluthochdruck (Hypertonie), Fettstoffwechselstörungen mit erhöhtem Gesamtcholesterinspiegel bei niedrigem (HDL-Wert = „gutes Cholesterin“) und zu hohem Spiegel an Blutfetten (Triglyceride) , alles oft einhergehend mit Fettleibigkeit (Adipositas).

Als wichtiges Bindeglied, oder auch „gemeinsamer Nenner“ wird die sogenannte „Insulinresistenz“ gesehen. Insulin wird von der Bauchspeicheldrüse ausgeschüttet, wenn Kohlenhydrate in die (Muskel-)zelle transportiert werden sollen. Bei einem Überangebot an Kohlenhydraten (oder auch genetischen Faktoren...) nimmt die Empfindlichkeit der Zellen gegenüber dem Insulin ab, der Insulinspiegel im Blutserum steigt, was wiederum Blutfette aktiviert und u.a. deren Ablagerung in den Gefäßen....

Weg mit dem Speck !!

Regelmäßiger Ausdauersport wirkt dem Übergewicht entgegen. Zum einen natürlich über den erhöhten Energieverbrauch durch den Sport, zum anderen aber auch durch positive Folgemechanismen, wie ein verbessertes Körpergefühl, steigendes Wohlbefinden und höheres Selbstbewusstsein und schließlich durch einen Wandel von der „couch-potatoe“ zur aktiven Person in „allen Lebenslagen“.

Dennoch: Eine Gewichtsreduktion alleinig über ein vermehrtes Sporttreiben stellt sich nicht so einfach dar, wie oft gedacht, denn beachtet werden muss zum Abnehmen immer noch ein ganz simples Prinzip: Der  Energieverbrauch muss höher sein, als die Energieaufnahme!

Die Umsetzung ist offensichtlich weniger einfach, denn die Zahl der übergewichtigen Kinder und Erwachsenen nimmt stetig zu, damit auch die daraus folgenden Erkrankungen.

In annähernd jedem „Lifestyle-Magazin“ finden sich regelmäßig Diäten mit denen man „kinderleicht ohne Verzicht und Anstrengung“ zur Traumfigur gelangt. Solche Versprechungen sind natürlich populär, aber nicht nur unseriös, sie implizieren auch einen fatalen Irrtum, nämlich, dass die oder auch derjenige wenig Eigeninitiative zeigen muss, um das eigene Gewicht zu reduzieren. Genau dies ist aber nicht der Fall!

Um möglich effektiv abzunehmen, sollten Sie Ihre Bemühungen auf mehrere Säulen stellen:

  • Essen Sie kontrolliert!
  • Essen Sie mäßig, abwechslungsreich und regelmäßig!
  • Essen Sie fettarm, verzichten Sie aber nicht auf die guten mehrfach ungesättigten Fettsäuren, wie sie beispielsweise in Olivenöl und fettem Seefisch vorkommen.
  • Essen Sie wieder viel mehr Obst und Gemüse und meiden Sie die „gefährlichen“ versteckten Kalorien wie sie unter anderem in Schokolade und anderen Süßigkeiten, Chips und  vielen Soßen vorkommen.
  • Meiden Sie „light“ Produkte. Studien haben gezeigt, dass diese, oft mit Süßstoffen versetzten Lebensmittel, über verschiedene Mechanismen eher zu einer Gewichtszunahme führen.
  • Trinken Sie viel Mineralwasser.
  • Erhöhen Sie ihren Energieverbrauch!

Ein Mittel hierzu ist der Ausdauersport. Es wäre aber fatal zu denken, man nähme mit dreimal 45 Minuten wöchentlichen Lauftrainings automatisch ab. Blieben Ihre übrigen (Essens-) Gewohnheiten exakt die selben, würde das funktionieren, vielfach wird sich aber nach dem Sport mit einem extra Riegel Schokolade oder einem „klitzekleinen“ Stückchen Sahnetorte belohnt, sodass die Energiebilanz letztendlich wieder ausgeglichen ist.

Bedenken Sie, dass Ihre allgemeine Alltagaktivität ebenfalls Energie verbraucht. So zeigt eine Studie, in welcher Lebens- und Essensgewohnheiten von dicken und dünnen Personen analysiert wurden, dass einer der Hauptunterschiede zwischen „dick und dünn“ in der unterschiedlichen Alltagsaktivität lag. Während die übergewichtigen Personen bevorzugt Rolltreppe, Aufzug und Auto fuhren, die Abende vornehmlich mit einer Tafel Schokolade oder Chipstüte vor dem Fernseher verbrachten, nahmen die Normalgewichtigen bevorzugt und bewusst die Treppe, erledigten Besorgungen per pedes oder dem Rad und bewegten sich auch an den Abenden gerne vor die Tür in Form eines Spaziergangs oder einer kulturellen Ausflugs.

Erhöhen Sie Ihren Grundumsatz durch Muskelaufbau!

Muskulatur verbrennt auch in Ruhe mehr Energie als Fett, d.h. hier „nehmen Sie wirklich im Schlaf ab“. Muskulatur bauen Sie natürlich zum einen durch den Ausdauersport, die aktivere Lebensweise, aber auch sehr effektiv durch gezieltes Ganzkörperkrafttraining auf.

Senken Sie Ihren Blutdruck!

Eine der bekanntesten Fehlregulationen im Blutdrucksystem ist der Bluthochdruck, die Hypertonie, die in den westlichen Industrienationen extrem häufig vorkommt. In 60% genetisch begünstigt, findet sich die Hypertonie jedoch auffallend häufig im Rahmen des hier behandelten „Wohlstandssyndroms“. Ursächlich sieht man zum einen die Gefäßverengung durch oben schon angesprochene Fetteinlagerung, zum anderen scheint aber auch eine Fehlregulation des vegetativen Nervensystems begünstigend, d.h. der Sympathikotonus, welcher auf Grund vermehrter Stresseinwirkung erhöht ist, stellt viele Gefäße eng.

Ausdauersport bewirkt hingegen eine Aktivierung des Parasympathikotonus (in den Erholungsphasen nach dem Sport), Gefäße werden weit gestellt, der Blutdruck sinkt..

Wirken Sie der Zuckerkrankheit entgegen!

Speziell beim Typ II Diabetes wird die oben angesprochene „Insulinresistenz“ ursächlich angesehen, d.h. die Bauchspeicheldrüse schüttet zwar hinreichend Insulin aus, die Empfindlichkeit der Zellen gegenüber dem Insulin ist jedoch herabgesetzt, sodass der aufgenommene Zucker nicht effektiv in die Zellen transportiert werden kann.

Ausdauersport führt nachgewiesenermaßen zu einer erhöhten Empfindlichkeit der Zelle gegenüber dem Insulin, sodass die Stoffwechselsituation effektiv verbessert werden kann!

Normalisieren Sie Ihren Fettstoffwechsel!

Die Blutfettwerte  (Triglycerid- und Cholesterinspiegel) sind im Wesentlichen natürlich ebenfalls nahrungsabhängig. Bekanntermaßen führt gerade ein lockeres Ausdauertraining über den aktivierten  Fettstoffwechsel zur Verstoffwechslung von mehr Fettsäuren. Außerdem tragen Ausdauersportler dem erhöhten Kohlenhydratbedarf meist automatisch über eine fettreduzierte, kohlenhydratreichere Ernährung Rechnung. Aber Achtung: Ein Zuviel an Kohlenhydraten führt ebenso zum Aufbau von Fettpölsterchen, wie eine zu fettreiche Ernährung. Ausschlaggebend ist hier alleine die Energiebilanz, d.h. wie viel Energie verbrauche ich, wie viel füge ich zu.

Ein erhöhter Cholesterinspiegel wird als schwerwiegender Risikofaktor in Sachen Arterienverkalkung (Arteriosklerose) angesehen.

Achtung an alle schon aktiven Ausdauersportler/Innen:

Viele Ausdauersportler haben einen über die Norm erhöhten Gesamtcholesterinspiegel, was dem stark erhöhten HDL-Cholesterin-Wert liegt. Das HDL-Cholesterin ist gewissermaßen das „gute“ Cholesterin und führt sogar zu einer Reduzierung das Arterioskleroserisiko. Zur Abschätzung des Risikos in Sachen Arterienverkalkung zieht man deshalb den Quotienten

Gesamtcholesterin/ HDL-Cholesterin heran. Ein Wert unter 4 wird als  günstig, über 4,5 als ungünstig angesehen.

 

Fazit: Das „Medikament“ Ausdauersport zeigt nicht nur einen grossen Einsatzbereich, es ist zudem auch vergleichsweise preiswert, was in unserer marktwirtschaftlich denkenden  „Zivilisation“ doch bestens ankommen müsste.

Achtung: Frei von Nebenwirkungen ist auch dieses Medikament nicht, so werden vereinzelt euphorische Zustände, Suchtgefahr etc. beschrieben.....bei Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker!!

Text: PM für Christiane Soeder; ©Stefanie Mollnhauer//www.pro-formance.de

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